Rettung des Kienpfuhls gestartet

 

Am Sonntag, den 14. Februar, führte der NABU Regionalverband Dahmeland  e.V., einen Arbeitseinsatz zur Biotoppflege der geschützten Feuchtwiesen  und des Kleingewässerumfeldes im Flächennaturdenkmal Kienpfuhl durch. Es  soll der Auftakt für weitere Maßnahmen sein, um den Kienpfuhl und die  dortige Kammmolch-Population dauerhaft zu sichern. Die etwa 15 ehrenamtlich  Aktiven konnten dank der Eisdecke zügig den Gehölzaufwuchs – vor allem  Weiden und Erlen - zurückschneiden und den Rückschnitt in den  Seitenbereichen als Totholzhecken aufschichten. Für die streng geschützten  Kammmolche ist es wichtig, dass die Laichgewässer fischfrei und gut besonnt  sind, so viel Wasser wie möglich im Gebiet verbleibt und möglichst wenig Nährstoffe, z.B. auch durch Laub eingetragen werden. Die Feuchtwiese ist  durch die Gehölzrückschnitte nun auch wieder offener und lichter, was nicht  zuletzt vielen Insekten zugutekommen wird. Perspektivisch sollen die Feuchtbiotope bzw. -wiesen, die aktuell stark durch Seggen, Schilf und  Brombeeren dominiert sind, durch eine Pflegemahd außerhalb der  Brutzeit durch Nährstoffentzug ebenfalls wieder artenreicher werden.

 

 
*Langfristige Erhaltung nur mit mehr Wasser möglich*
Um die gesetzlich geschützten Feuchtbiotope nachhaltig zu sichern, benötigt  der Kienpfuhl mehr Wasser. Hierfür existieren bereits erste Ideen, die in  den kommenden Monaten mit der Gemeinde, der Unteren Naturschutzbehörde LDS  und der Forstverwaltung diskutiert werden sollen. Eine erste Vorstellung  fand bereits im Zeuthener Umweltausschuss statt. Dabei machten die  Naturschützer deutlich, dass es im Kienpfuhl nicht nur um Naturschutz geht,  sondern das Areal auch hervorragend für die Umweltbildung und zur  Naturerfahrung geeignet ist – die Grundschule am Wald in unmittelbarer  Nähe. Auch die Anwohner sollen hier in Zukunft ihre Freizeit verbringen  dürfen und die Natur genießen. Ein Zonierungskonzept könnte aber dazu  beitragen, dass empfindliche Bereiche besser geschützt werden. Der NABU Regionalverband Dahmeland e.V. hofft mit den vermehrten  Aktivitäten in Zeuthen auch die Ortsgruppe reaktivieren zu können.

 

 

*Hintergrund*
Das Flächennaturdenkmal Kienpfuhl liegt mitten in Zeuthen, von Wohngebieten  umgeben. Der namensgebende Pfuhl in Zentrum des Naturdenkmals ist von Wald  umgeben und wird von Jahr zu Jahr kleiner. Die Verlandung ist ein  natürlicher Prozess. Der Pfuhl würde – weil schon weit vorangeschritten -  binnen weniger Jahre komplett verloren gehen, wenn nicht durch aktive  Pflegemaßnahmen die Fläche offen gehalten und Nährstoffe regelmäßig entzogen würden. Die offene Wasserfläche misst nur noch wenige  Quadratmeter, die der angrenzenden Feuchtwiese einige hundert Quadratmeter  - noch.

 

*Warum etwas drosseln, was natürlich ist?*

Der Kienpfuhl stellt auch heute noch ein wichtiges, gesetzlich geschütztes  Feuchtbiotop dar. Hier sind viele Amphibien anzutreffen – darunter auch der  seltene Kammmolch (Triturus cristatus), der als Art der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie den größten Artenschutzstatus nach  europäischem Naturschutzrecht genießt. Die größte unserer einheimischen  Molcharten ist gleichzeitig die am meisten gefährdete und wird in der Vorwarnliste der bedrohten Arten der Bundesrepublik Deutschland, in  Brandenburg bereits als gefährdet eingestuft (Quelle: www.bund.net; weitere  Infos:
https://ffh-anhang4.bfn.de/arten-anhang-iv-ffh-richtlinie/amphibien/kammmolch-triturus-cristatus.html).

Wir haben daher eine besondere Verantwortung, diese Art und seine  Lebensräume zu erhalten. Darüber hinaus ist der Kienpfuhl durch seine hohe  Strukturvielfalt ein überaus artenreicher Lebensraum, sowohl für Pflanzen als auch Tiere, allen voran Insekten, Kleinsäugetiere und Vögel. Eine  weitere Verlandung und Sukzession durch Gehölze würde dieser  Strukturvielfalt entgegenwirken. Zudem wird in unserer gewachsenen  Kulturlandschaft durch eine extensive, regelmäßige Biotoppflege schlichtweg  die höchste Lebensraum- und Artenvielfalt erzielt. Das Flächennaturdenkmal ist nicht nur für die Pflanzen- und Tierwelt von  Bedeutung, sondern auch ein geschätztes Erholungsgebiet für Zeuthener. Der  vom Holzkünstler Hans Zippan geschaffene Skulpturenpfad entlang eines Weges  rund um den Pfuhl ist vor allem bei Kindern beliebt und über die  Ortsgrenzen bekannt.

*Kontakt: *
Jonas Reif,  jonasreif@web.de , 0152-28970181 oder
Juliane Bauer, Juliane_Bauer@gmx.de, 0163-8045324